ERMITTLUNGSAUSSCHUSS (EA)
Bei politischen Aktionen sind wir für Euch telefonisch erreichbar, wenn es zu Ingewahrsamnahmen oder zu Polizeiübergriffen kommt und versuchen einen Überblick darüber zu behalten, dass Alle wieder frei gelassen werden. Wenn nötig vermitteln wir Anwält*innen.
Ihr erreicht den EA unter der Nummer: +49 (089) 44 89 638
Falls Ihr Demos oder andere Aktionen in München oder Südbayern plant und dabei durch einen Ermittlungsausschuss unterstützt werden wollt, solltet Ihr uns so früh wie möglich anfragen. Kurzfristige Anfragen können meist leider nicht realisiert werden.
Um eine möglichst gute Zusammenarbeit zu gewährleisten, geben wir hier eine Übersicht, was wir uns von Euch wünschen, wenn Ihr eine Aktion plant:
Vor der Demo oder Aktion
Eure Anfrage bei uns (am besten per verschlüsselter E-Mail) sollte beinhalten:
- Datum, Uhrzeit, erwartete Dauer
- Ort der Auftakt-, Zwischen- und Abschlusskundgebungen
- Thema und veranstaltende Gruppen
- Erwartete Teilnehmer*innenzahl
Bitte teilt uns mindestens zwei Personen bzw. deren Telefonnummern mit, die als Melder*innen unterwegs sind. Diese sollten uns regelmäßig (zu Beginn und Ende sowie mindestens stündlich zwischendurch) über den aktuellen Verlauf (Anzahl der Teilnehmenden, allgemeine Stimmung, Auftreten der Cops, usw.) und Besonderheiten informieren. Außerdem wollen wir sie falls nötig anrufen können, um sie zu bitten sich ein genaueres Bild von möglicherweise brenzligen Orten zu machen. Das heißt es wäre gut, wenn diese Personen über etwas Erfahrung verfügen und es ist nötig, dass diese Personen keine anderen Aufgaben auf der Demo übernehmen, die nicht schnell abgegeben werden können. Sollten sie Gewahrsam- oder Festnahmen beobachten sind sie – wie alle Aktivist*innen – aufgefordert uns so vollständige Infos wie möglich zu Personalien, ggf. Aufenthaltsstatus, Vorwurf, Festnahmesituation und ggf. Verletzung, sowie Ort der Gefangenensammelstelle zukommen zu lassen.
Wir wollen am Telefon NICHT den tatsächlichen Tathergang wissen (d.h. was vermeintlich von Aktivist*innen gemacht wurde), weil die Gefahr des Abhörens besteht und solche Informationen den Staatsorganen helfen. Manchmal geht es vor allem darum zu beobachten, ob die Aktivist*innen wirklich mitgenommen oder nach der Kontrolle wieder laufen gelassen werden. Wir wollen auch NICHT die Namen der Anrufer*innen wissen.
Wir schlagen vor, dass wir uns bezüglich Pressearbeit absprechen, um gegebenenfalls gemeinsame Erklärungen zu verfassen oder aufeinander Bezug nehmen zu können.
Während der Demo
Zu Beginn sollte möglichst deutlich die Nummer des Ermittlungsausschusses (s. oben) an die Teilnehmenden kommuniziert werden (z. B. auf kleinen Flyern und/oder ggf. über den Lautsprecherwagen). Dabei fänden wir es super, wenn auch gleich das Demo 1×1 mit kommuniziert würde.
Nach der Demo
Bitte gebt dem EA unbedingt Bescheid, wenn die Aktion vorbei ist! (Ggf. können das die Melder*innen übernehmen.)
Sprecht Euch bitte außerdem ab, wie ein Prisoner-Support gewährleistet werden kann. Das heißt, dass ihr Personen habt, die im Fall von Gewahrsamnahmen vor der Gesa (im München meist Ettstraße) warten und Freigelassene in Empfang nehmen und beim EA abmelden, ihnen einen herzlichen Empfang bereiten und sie ggf. mit Trinken und Essen und notfalls Schlafplätzen versorgen.
Sollte es nachfolgend zu Repression kommen, ist es toll und notwendig, dass die veranstaltende Struktur auch dann noch ansprechbar ist und sich beispielsweise für das Sammeln von Spenden und die Prozessbegleitung verantwortlich fühlt. Denn keine*r soll allein gelassen werden.